BlogCanada

Wandern im Algonquin National Park

By 22. Oktober 2016 No Comments
Algonquin National Park

Auf geht’s zum Algonquin National Park!

Wie bereits erwähnt war Marion bei Lena zu Besuch. Das wunderbare an diesem Fakt ist, dass Marion über 25 Jahre alt ist, weil die Autovermietungen in Nordamerika ungefähr den doppelten Preis für Fahrer unter 25 Jahren abrufen. Wir nahmen uns vor über das Wochenende zum Algonquin Park zu fahren, der etwa 3 Stunden Fahrt nördlich von Toronto liegt. Nachdem unsere ersten zwei Mietwägen storniert wurden, hatten wir Angst, dass wir keines mehr bekommen. Das passiert nunmal, wenn man einen Tag vor Abreise ein Auto mieten will. Ab und an ist Planung wirklich etwas Gutes. Nach längerer Suche entschieden wir uns einen SUV zu mieten. Tobi und ich erinnerten uns an die Gravelroads Islands und freuten uns deshalb umso mehr auf die Karre, mit der wir theoretisch Offroad fahren könnten.

Hier muss ich noch etwas anmerken. Wir schauten bei Google Maps nach Bewertungen für die Autovermieter und etwa 3 von 4 hatten nur 1,5 Sterne Bewertungen. Wie kann denn so etwas passieren? Wahrscheinlich raten eher die Menschen, die mit dem Service unzufrieden waren, klar, aber 1,5 Sterne ist schon sehr sehr wenig. Wir entschieden uns für Alamo, die wirklich einen Top-Service hatten. Was mich jedoch verwunderte war das Computersystem unter dem die Autovermietung lief. Wir hatten online gebucht und die Frau am Schalter sah ungefähr so einen Bildschirm, den man aus den 80ern kennt.

 

Computer Interface alamo

 

Grün, hässlich, benutzerunfreundlich. Naja, irgendwo muss man halt dann doch sparen. Die gute Frau hat uns dann noch ein bisschen Upselling betrieben und uns den nächstgrößeren Jeep für 30 Euro mehr gegeben, was sich total gelohnt hat, weil ich persönlich sagen muss, dass ich an dem ganzen Wochenende kein Auto sah, das cooler war als unser weißer Jeep.

Jeep Algonquin Park

Und wie man auf den Bildern evtl erkennen kann, hat man soooo viel Platz darin gehabt, da hätte man eine Party feiern können. In der Mitte der Rückbank war auch schön eine Lehne zum herunterklappen in die genau unsere Kekspackung gepasst hat. Ich weiß nicht mehr warum, aber Tobi und ich waren recht müde, sodass Lena die Navigation übernahm, Marion das fahren und wir uns ausruhen konnten, was so aussah:

Ferdi und Tobi Schlafen

 

 

Am Abend konnten wir leider nicht mehr allzu viel sehen, weil wir ja recht spät losgefahren sind und auch in Toronto der Freitababendverkehr nicht viel besser als in Stuttgart ist. Im Prinzip ist er wirklich nicht ganz so schlimm. Die Einwohner GTAs (Greater Toronto Area) wird mit 6 Mio. beziffert, die Region Stuttgart kommt hingegen nur auf 2,7 Mio. Einwohner. Nach unserem kleinen Schlummi (Ich hoffe Kathi liest das, das ist ihr Ausdruck für Mittagsschlaf) wanderten wir noch eine Stunde, um den Sonnenuntergang zu genießen. Der Sonnenuntergang war jetzt nicht der volle Wahnsinn, aber dafür dieser Mast, der als Baum getarnt ist:

Mast getarnt als Baum

 

Und noch ein paar Impressionen der Umgebung. Hier waren wir noch nicht im Algonquin National Park, sondern noch eine Stunde davor.

 

Und für meinen Bruder Maximoto Steinistoll (ein von ihm präferierter Nutzername) gibt es nochmal die vollen Schriftzug auf dem Fels am Eingang der Wanderroute. Ihr wisst ja, er mag Steine.

Muskoka Stone

 

Danach fuhren wir in ein Motel. Ich war noch nie in einem Motel, hatte aber ungefähr die Vorstellung von so einem Cracknutten-Motel aus Breaking Bad:

Motel

War aber gar nicht so, sondern eigentlich recht praktisch an der Straße gelegen und sogar ziemlich sauber! Auch wenn die Tapete und die Bilder aus den 80ern waren, hielt uns das nicht auf rumzublödeln. Dazu habe ich mit Boomerang ein Video gemacht, das einen Fünf-Sekunden-Clip in Dauerschleife vorwärts und rückwärts abspielt. Das kam dabei heraus:

 

 

Auf zum Wandern!

In Island sind Max, Tobi und ich immer um 7:30 oder 8 Uhr aufgestanden, um möglichst frühzeitig loszufahren und so viel zu erleben, wie möglich. Okay, wir hatten ein bisschen mehr Zeitdruck, weil 7 Tage schon recht knapp bemessen sind. Warum erzähle ich das? Wir sind nun mit Leni, alias “Die Mutti”, unterwegs und die braucht viel Schlaf. Morgens um 8 geht Tobi duschen und wir warnen Leni schon einmal vor, dass sie bald aufstehen müsse. Ich ging duschen, Marion ging Duschen und Leni liegt noch. Ich glaube um 11 sind wir dann nach dem Frühstück losgefahren. In dem Moment fand ich es ein bisschen schade, weil ich davon überzeugt bin, dass so etwas Zeitverschwendung ist, wenn man schon 11 Stunden im Bett liegt. Im Nachhinein war mir das aber Wurscht, weil wir an dem Tag alles machten, was wir uns vorgenommen hatten.

Morning mit Leni

 

 

Wir fuhren also in den Park und wollten uns erst einmal unser Camping-Gear ausleihen, damit wir ausgerüstet sind. Ganz nach dem Motto “Wird schon klappen!” kamen wir beim Campingverleih an. Die Frau meinte nur: “Wenn ihr einen Trip plant, dann plant ihn auch richtig. Ich habe nichts für euch.” SHIT. Was sollten wir jetzt machen? Nachdem wir schon mit gerunzelter Stirn miteinander diskutierten, wie wir nun vorgehen sollten, bot uns die gute Frau an ein Zelt zu nehmen, das noch nicht richtig geputzt wurde. Klar! Warum nicht?

Campingverleih

 

Anschließend ging es endlich an die Wanderung. Wir entschieden uns für einen 6-stündigen Trail, der 11km lang ist. Wir wanderten, machten Stops für Toastbrot und Mr. Creamys (Oreo-Abklatsch) und schossen natürlich sehr viele und sehr schöne Bilder. Hier bin ich echt froh, dass Leni dabei ist. Was ist das Problem eines Hobby-Fotografen? Er hat vielleicht schöne Bilder, ist aber auf keinem selbst drauf. Das hatte jetzt ein Ende!

 

 

I already miss the National Park. Time is running! #Algonquin #nationalpark #nature #street #dust #canada

A photo posted by Ferdinand Stöhr (@fellowferdi) on

 

Nachdem die Wanderung mit Bravour beendet wurde, fuhren wir mit unserem fetten Jeep zum Campingplatz, bauten unser Zelt auf, tranken Bier und verkochten Nudeln. Bis auf die Nudeln war das echt entspannt. Vor dem Campingplatz stand ein Schild, das darauf hinwies, dass man auf sein Essen Acht geben solle, weil sonst Bären angelockt werden. Leider kam keiner. Wir bekamen es sogar mit Holz und Bunsenbrenner hin, ein kleines Feuer zu machen, das uns wärmte. Ich merkte hier zum ersten Mal, dass es langsam wirklich kalt werden würde. Zum Einschlafen hörten wir Teddys Märchenstunde…

 

Camping Algonquin Park

 

Camping Algonquin Park

 

Nächster Tag, nächste Wanderung!

Die Nacht war recht regnerisch, aber unser Zelt hat dicht gehalten. Wir bauten ab und fuhren direkt weiter zur nächsten Wanderung. So viel Glück kann man eigentlich gar nicht haben. Als wir loswanderten, regnete es nicht mehr und als wir die Wanderung beendet hatten, fing es wieder mit dem Regen an. Top! Bei der Wanderung ist eigentlich nichts passiert. Ach nein, stimmt gar nicht. Ich bin mit einem Fuß voll in Matsch getreten. Ich wollte nur ausprobieren, ob ich halt habe, damit ich ein Foto machen kann. Haha, niemals! Leni hat mich danach nur noch Stinkstiefel genannt, weil mein Schuh zu Beginn unerträglich stank. Es war zwar den Tag über richtig nebelig, aber das war einfach nur so schön mit den Four Colors!

 

Hier gibt es alle gewohnten Kurzvideos Tobis in einer kleinen Playlist. Am besten einfach durchschauen und die Stimmung aufnehmen, dauert keine 3 Minuten 🙂

 

Algonquin Park war ein Top-Erlebnis. Endlich konnten wir mal aus Toronto rausfahren und die kanadische Natur erleben! Leider haben wir keinen Elch und keinen Bären gesehen, aber ich habe ja noch ein bisschen Zeit in Kanada.

Peace out
F

Leave a Reply