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Auf zu den Niagara Fällen!

By 3. Oktober 2016 No Comments
Niagara Fälle Toronto

Wie unterscheiden sich wohl Vorlesungen in Nordamerika von deutschen Vorlesungen, wie ich sie von der Hochschule der Medien gewohnt bin? Voller Tatendrang und Lust watschelte ich um 7:45 Uhr zum Victoria-Building quer über den Campus, fuhr mit dem Aufzug 5 Stockwerke hoch und fand den Raum schnell. Vor dem Raum traf ich eine Austauschstudentin und Ryan, ein kanadischer Student. Wir redeten über die Uni, Kurse und anderem Kram, bevor wir in den Raum gingen. Wir saßen dort 20 Minuten. Es kam kein Professor. Was für ein erster Tag an der Ryerson University! Bisschen genervt, weil ich für die nicht-stattfindende Vorlesung früh aufstand, ging ich heim. Zwei Stunden später ging es zum zweiten Teil derselben Vorlesung “Human Resources Management” wo sich herausstellte, dass die Vorlesung morgens ein Tutorium ist, das nächste Woche beginnt. Leider hat das niemand kommuniziert. Der Kurs findet in der „Ted Rogers School of Management“ statt. Das bedeutet, die Vorlesungsräume sind im Eaton Centre, was ein riesiges Einkaufscenter ist! Natürlich ist die School abgetrennt. Aber auch hier fährt man nur Rolltreppe und die ganze Fakultät schreit nur „Wir haben Kohle ohne Ende!“. Auch wenn die Professorin meinte, dass die Vorlesung leicht sei, habe ich sie sofort wieder abgewählt, weil sie so trocken ist und man jede Woche eine Abgabe hat, wenn auch nur eine kleine. Die Räumlichkeiten schauen normalerweise so aus in den älteren Gebäuden:

Gang Ryerson

 

Der perfekte Kurs für mich!

Am Nachmittag ging ich mit Tobi zu „Emerging Media Markets and Enterprises“, wo ich Anna (die vierte HdMlerin) traf und wir feststellten, dass wir alle zufällig das gleiche Fach belegen.

Zu dem Fach kann ich nur sagen, dass es PERFEKT für mich ist. Es geht um die Entwicklung und Implementierung einer Startup-Idee, wobei der Professor kein Theoretiker ist, sondern selbst ein Gründer, in dessen Startup Bosch und Vodafone in der ersten Finanzierungsrunde investiert haben. Diesen Kurse würde ich sehr genießen!

 

Telefontarife in Kanada

Zu guter Letzt schafften wir es endlich eine kanadische Nummer zu besorgen, wobei wir einen echt günstigen Tarif gefunden haben, was nicht ganz so einfach ist. In Europa denkt man sich, dass USA und Kanada viel weiter sind mit der Infrastruktur, weil die Regulierungen nicht so strikt und bürokratisch sind wie in Deutschland. In Wirklichkeit ist aber Mobiles Netz in Kanada verdammt teuer, weshalb viele Leute einen $60-Vertrag im Monat beziehen und es wirklich nicht einfach ist offenes Wi-Fi zu finden. Glücklichweise haben wir von einem Angebot mitbekommen, durch das man $15 im Monat zahlt und 3GB LTE hat. Klingt richtig gut? Jede SMS und Minute pro Anruf kosten $1! Deshalb meinte der Verkäufer zu uns, dass wir niemandem unsere Nummer geben sollen, weil auch das Empfangen kostet. Unsere SMS und Telefonate regeln wir über TextNow. Das ist eine App, die alle Anrufe und SMS über das Internet auch an die Kabelleitung leiten kann. Funktioniert zwar nicht einwandfrei, aber reicht. Schließlich kann ich auch mit Whatsapp und Facebook telefonieren!

 

Student Groups der Ryerson

Am nächsten Tag habe ich mich erstmal in die unterschiedlichsten Student Groups eingetragen: Squash, Marketing, Sports Business, Billard, Ultimate Frisbee. Es wird jedoch auch Drachenrudern oder Quidditch angeboten. Bis zu diesem Tag war ich lediglich im Squash, was aber wirklich verdammt cool ist, wenn ich gegen Leute spielen kann, die seit 10 Jahren squashen. Squash findet im RAC statt, was eins der zwei Fitnessanlagen ist. Hier kann man außerdem indoor laufen, pumpen, tanzen, squashen, Volleyball, Basketball spielen und schwimmen. Ja, wir haben einen Indoor 25m Swimmingpool – verdammt cool!

 

Wir hatten noch von Deutschland aus Karten für das 6Fest der Ryerson gekauft. Das sind Tickets für ein zwei Tages-Festival, die nur 30 Euro kosten. Das tolle daran: durch die Connections der Ryerson war die letzten zwei Tage Drake da und wir hoffen, dass er dieses Jahr auch kommt! Vorab fand jedenfalls ein Teaser-Konzert statt, bei dem ein Überraschungsgast auftreten sollte. Bei einer schwülen Hitze lauschten wir dem DJ, bevor der Mainact auf die Bühne kam und sehr starker Regen einsetzte. KEINER der Exchange Student kannte den Act. Es war French Montana, der in Kanada jedoch sehr beliebt ist (Das fand ich erst nach dem Konzert heraus). Bei strömendem Regen feierten wir die Musik, die wir nicht kannten, bis wir nach einer Viertelstunde heimgingen, weil es zu nass war! Wir waren von oben bis unten komplett durchgeweicht. Zum Glück konnten wir innerhalb von fünf Minuten nach Hause gehen.

 

Bullenreiten, Yeeha!

Wir haben ja bekanntlich eine coole Dachterrasse, wo ab und zu das Wohnheim BBQ anbietet. Es gab Spanferkel und Hot Dogs. Yeah! Nachdem wir uns hier den Bauch vollgeschlagen haben ging es mit einem Pub Crawl durch Toronto weiter. Wir kamen hier bei einer Westernbar vorbei, die recht teuer war, wo man jedoch kostenlos Bullenreiten konnte. Das macht natürlich mir total Spaß und ich glaube, dass ich auch gar nicht schlecht performte, auch wenn es einen Typ gab, der total abgegangen ist. Bei ihm sah es so aus, als gäbe es Nichts, das gemütlicher für ihn sein könnte.

 

Du darfst hier keine Fotos machen

Ich wohne in der Stadt, in der Suits gedreht wurde. Das finde ich immer noch total cool, weshalb ich einen kleinen Photowalk mit Tobi zum Bay Adelaide Center machte, wo Suits gedreht wurde. Vor allem die Lobby ist hier der Hauptschauplatz. Als ich draußen ein Foto machen wollte, kam ein Security-Beauftragter und wies mich darauf hin, dass ich das nicht dürfte. Was für eine Frechheit! Ich habe natürlich, so dreist wie ich bin, weiter Fotos im Verborgenen geschossen. Und von ihm auch!

Can you recognize the skyscrapers of Pearson-Specter-Litt? #suits #toronto #nofilter #photowalk #skyscraper

A photo posted by Ferdinand Stöhr (@fellowferdi) on

 

Wie geht eigentlich Photoshop

Ich beziehe außerdem einen Kurs über die Adobe Creative Suite. Ich mag zwar viel Erfahrung mit Photoshop und Illustrator haben, aber nicht so sehr mit After Effects beispielsweise. Da dachte ich mir: okay, der Kurs klingt cool! Am ersten Tag haben wir gelernt, wie man ein Photoshop-Projekt erstellen kann, wie man Dinge ausschneiden kann und wie man abspeichern kann. Ich bin beeindruckt! Leider hat er auch in den kommenden Stunden nicht mehr erzählt. In Illustrator hat der Prof zum Beispiel gezeigt, wie man ein Smiley erstellen kann… Aber naja. Dann habe ich wenigstens einen Chillerkurs. Das ist auch okay für mich!

 

Wiedersehen in Toronto

Die Welt ist ja bekanntlich klein. Ich wusste zwar, dass Laura aus Stuttgart in Kanada war aber es war ein Zufall, dass sie aus Toronto zurückfliegt. Wir haben uns getroffen, waren im Ram in the Rye, unserer Studentenkneipe, und sie durfte mir von den wunderschönen Orten Kanadas erzählen, die ich noch sehen muss. In der Kneipe gab es einen Kerl, der ein paar Kartentricks draufhatte, die richtig gut waren! Dann gab es noch Filips Kumpel, der auch ein paar Tricks draufhatte, die allerdings mehr schlecht als recht waren und die ich auffliegen ließ. Das fand er gar nicht so witzig.

Toronto Wiedersehen

Als sich Laura am nächsten Tag von mir Richtung Deutschland verabschiedete, fragte ich sie, ob ich denn ihren Steckdosenadapter haben könnte. Sie meinte ja, worüber ich mich schon freute. Allerdings darf man dieses „Ding“ nicht einmal Adapter schimpfen. Ich weiß nicht, wie sie es ein Jahr lang mit diesem Adapter aushalten konnte. Aber dann muss ich damit wohl ein halbes Jahr lang klarkommen.

Nachdem ich ein paar Bahnen im Fitnessstudio geschwommen bin, wollten wir am Abend zum Toronto International Film Festival, auf dem schon Leonardo DiCaprio, Nicole Kidman und Anne Hathaway gesichtet wurden. Wir wollten dem kostenlosen Pharell Williams Konzert lauschen, kamen aber zu spät.

 

Bei den berühmten Niagara Fällen

Mit dem Bus sind wir mit dem International Student Support zu den Niagarafällen gefahren, wobei dort ursprünglich eine Schnitzeljagd geplant war, auf die allerdings niemand Lust hatte, weshalb diese abgeblasen wurde und wir einfach so die Gegend erkundeten. Die Stadt ist einfach nur eine große Spielwiese mit Attarktionen, Gruselkabinetten oder Fressbuden für Kinder. Es gibt hier zwar viele Touristen, aber man kann die Atmosphäre richtig genießen. Man blickt von der kanadischen Seite auf die amerikanische Seite und sieht wie unglaubliche Mengen an Wasser herunterstürzen. Wir unternahmen eine Bootstour direkt vor den Wasserfall und wurden verdammt nass! Das Highlight wäre die Seilbahn gewesen, die mit 50 Dollar jedoch maßlos überteuert ist.

Am Abend waren wir einkaufen für 120 Dollar, wobei mir auffiel, dass Mandelmilch billiger als normale Milch ist. Weil wir aber noch nicht genügend Geld ausgegeben haben, kauften wir noch Tickets für die Blue Jays (Baseball) und die Maple Leafs (Ice Hockey) für insgesamt 700 Dollar (alle zusammen!).

 

 

 

 

Aber auch schöne Orte wie die Niagara Fälle sind nicht vor unseren Blödeleien sicher, deshalb haben wir hier Tobi in Dauerschleife am Twerken.

 

Restaurantbesuch beim Hard Rock Café

Heute durfte ich meine Mentorin kennenlernen, an die ich mich immer wenden kann, wenn mir etwas auf dem Herzen liegt oder ich die Stadt sehen will. Colette ist echt verdammt nett, aber anscheinend auch sehr beschäftigt mit ihrem Studium, wie mir aufgefallen ist. Das ist halt so, wenn man die normale Anzahl an Kursen macht und nicht nur drei wie ich. Tobi und ich gönnten uns zum Mittag einen fetten Burger im Hardrock-Café. Das ist auch gar nicht so teuer, weil die Ryerson einen Deal mit dem Restaurant hat, dass jeder Ryerson Student einen 20$ Gutschein hat (bei jedem Essen!). Am Schluss habe ich für Getränk, Burger, Pommes und Eis 6 Euro bezahlt. Yeah!

Hard Rock Café Toronto

 

Halbzeitshow beim Ice Hockey

Die Paradesportart in Kanada ist Ice Hockey. Über unserem Fitnessstudio ist eine Icehockey-Arena in dem an dem heutigen Abend die Ryerson Rams (unsere Unimannschaft) gegen die Mustangs gespielt haben. Dies war nur ein Testspiel und dementsprechend leer, was allerdings nicht die Stimmung schlechter machte, zudem das Spiel mit der kanadischen Hymne eingeleitet wurde, was ganz episch war. Noch vor dem Spiel wurden wir gefragt, ob wir in der Halbzeitshow mitmachen wollten. Na klar! Tobi und ich sind bei jedem Spaß dabei! Wir wurden kurz vor der Pause in die Katakomben gebracht und haben uns einen Schutzhelm und Trikot angezogen. Die Aufgabe bestand aus drei Teilen. Wir mussten erst mit einem Dreirad die Hälfte des Eisfeldes überqueren, absteigen und mit dem Eishockeyschläger den Puck Slalom an Hütchen vorbeiführen und am Schluss im Tor versenken. Tobi war mit dem Dreirad sehr viel schneller als ich, hat aber nicht gewusst, dass er absteigen muss, sodass ich dort überholen konnte. Die drei Stücke Pizza, die wir gewonnen haben, haben wir uns danach eh geteilt.

 

Ryerson Rams

 

Hier bin ich:

 

Und hier Tobi in Aktion:

 

Das war die zweite Woche Toronto. Ich schaue, dass ich mit dem Schreiben hinterherkomme, aber ich habe so viel zu tun, dass das gar nicht so einfach ist. Weil du anscheinend alles durchgelesen bzw. die Bilder angeschaut habt, gibt es als Belohnung ein typisches Bild aus einer WG, das Tobi aufgenommen hat (wie so viele andere Bilder und Videos in diesem Blog!).

 

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